Personae

Ziel
Nach einer Zielgruppenrecherche kann die Informationsfülle in Form von Personae zusammengefasst werden. Die Charakterisierung potentieller Nutzergruppen bildet während des Projektes die Basis für ein konsistentes und einheitliches Verständnis im Team (van Boeijen u. a. 2014). 

Voraussetzungen
Zur Erstellung von Personae ist eine vorangegangene Zielgruppenrecherche erforderlich. Diese muss ausführlich und gewissenhaft erfolgt sein. Andernfalls läuft man Gefahr, Teilaspekte zu missachten und die Nutzergruppe nicht ganzheitlich zu erfassen [2, 3]. 

Erklärung
Personae sind fiktive Nutzerprofile, die während der Konzeptionierung oder Designphase erstellt werden. Jede Persona charakterisiert eine Teilnutzergruppe der gesamten Zielgruppe in ihren Werten, Bedürfnissen, Verhaltensmustern und Zielen. Dadurch werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufgezeigt [3].
Personae regen die Ideenfindung an und vereinfachen die Designaufgabe. Durch die persönliche Identifizierung mit der Zielgruppe, wird die Entwicklung einer User Experience für das Projektteam greifbarer [2]. Zwei bis sechs Personae werden empfohlen – wobei es häufig „Gegenspieler“-Paare gibt. Eine Persona ist immer in einem spezifischen Kontext zu betrachten, da menschliche Einstellungen je nach Umfeld variieren. Zur Erstellung werden vier Arten unterschieden: zielgerichtete, rollenbasierte, einnehmende und fiktive Personae [1].

Vorgehen
Die Vorgehensweise variiert nach Art der Persona [1]. Zuerst müssen über die Anforderungen, Bedürfnisse und Wünsche der User Informationen gesammelt werden. Diese sollten auf reell erhobenen Daten basieren, z. B. Interviews, Beobachtungen oder Context Mapping [1].
Relevante Informationen werden ausgewählt und auf Sinnzusammenhänge und Gemeinsamkeiten untersucht, sodass sich Zielgruppen-Cluster bilden [3] .
Jede Persona repräsentiert eine Teilzielgruppe. Zu nennende Daten können sein: Name, Alter, Profession, Familienstand, Lifestyle, Werte, Aufgaben, Bedürfnisse, Hobbies/ Interessen, Gewohnheiten/ Verhaltensmuster, Grenzen, Wünsche und Ziele [2, 3].
Die Personae werden in verschiedene Szenarios gesetzt, die die Nutzung des Produktes fordern. Später kann aufgezeigt werden, wie das Problem durch das Produkte gelöst wird [2].

Grenzen und Alternativen
Eine Persona ist keine eigenständige Evaluationsmethode. Sie sollte mit Befragungen oder Beobachtungen realer Nutzer kombiniert werden. Diese generierten Datenmengen bergen die Gefahr, die Personae stark zu detaillieren. Es kann eine kognitive Einschränkung im weiteren Projektverlauf resultieren [3]. Da der Eindruck entsteht, dass die Interaktion mit dem User überflüssig wird, kann es seitens des Projektteams zu einer geistigen Distanz zum reellen Nutzer kommen [1]. Durch die Marktdynamik unterliegt jede Zielgruppe ständigen Veränderungen. Eine Persona ist eine Momentaufnahme, die im Projekt stetig anzupassen ist [2].
Die Methodik kann als unwissenschaftlich wahrgenommen werden, da sie nicht reproduzierbar ist. Folglich können Akzeptanzproblemen innerhalb des Projektteams auftreten [1].

Literaturverzeichnis
[1] Nielsen, Lene: Personas - user focused design. London : Springer, 2013 (Human-computer interaction series)
[2] Dam, Rikki ; Siang, Teo: Personas - A Simple Introduction. URL https://www.interaction-design.org/literature/article/personas-why-and-how-you-should-use-them
[3] van Boeijen, Annemiek (Hrsg.); Daalhiuzen, Jaap (Hrsg.); Zijlstra, Jelle (Hrsg.); van der Schoor, Roo (Hrsg.): Delft design guide : Design methods. Revised 2nd edition. Amsterdam : BIS Publishers, 2014

 

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