Business Modell Canvas

Ziel
Was sind die essentiellen Bausteine des Kerngeschäfts? Die Business Model Canvas hilft bei der Fokussierung und Reduzierung des Geschäftsmodells. Wirtschaftliche Relevanz, Zielgruppen und Produktnutzen werden in einen gemeinsamen Kontext gesetzt [1,2,3].

Voraussetzungen
Der Ansatz für ein Geschäftsmodell muss vorhanden sein. Zur Evaluierung dieser Geschäftsidee ist ein interdisziplinäres Team empfehlenswert sowie ein Moderator. Wenn möglich, sind in bestimmte Bausteine auch Stakeholder miteinzubeziehen [2].

Erklärung
Das Modell regt zur Diskussion und Evaluation einer Businessidee an – ihre Stärken und Schwächen werden erarbeitet und Gelegenheiten zur Optimierung aufgezeigt [3]. In einer Gruppe von maximal 12 Personen werden neun fest definierte Geschäftsmodellkomponenten  beschrieben, die den Bereichen Angebot, Kunde, Infrastruktur oder Finanzen zugeordnet sind [2]. Zusammenhänge und Einflüsse zwischen den Bausteinen werden sichtbar. Es ist sich auf das Wesentliche zu beschränken und die Komponenten in aller Kürze zu definieren. Durch diese Fokussierung und Strukturierung erlangt das Geschäftsmodell eine Transparenz, wird für alle Beteiligten verständlich und erlaubt dadurch einen neuen Grad der Flexibilität in puncto Optimierung [1].

Vorgehen
In der Vorbereitungsphase ist das Team aufzustellen und die Business Model Canvas auf einem großen Plakat auszudrucken. In einer Teamdiskussion werden die neun Geschäftsmodellbausteine erarbeitet. Begonnen wird mit der Beschreibung der Kundensegmente (1) und den damit verbundenen Werteversprechen (2) gegenüber dem Kunden. Weiterhin sind die Kundenkanäle (3) zur Kommunikation und Distribution zu definieren sowie in welcher Form die Kundenbeziehung (4) aufgebaut und gepflegt wird. Es folgt die Planung der Einnahmequellen (5) (Grenzpreis, Preisstrategie, Vorfinanzierung, etc.). Die Schlüsselaktivitäten (6) für ein funktionsfähiges Geschäftsmodell werden erarbeitet sowie die dafür benötigten Schlüsselressourcen (7) und Schlüsselpartner (8). Zuletzt ist die Kostenstruktur (9) mit den erwarteten Kosten und ihre Verlinkung zu den Einnahmequellen zu erörtern [2].

Grenzen und Alternativen
Die Business Model Canvas ist eine konzeptuelle Methode. Da sie ohne exakte Zahlen arbeitet, ist zusätzlich die Erstellung eines Businesskonzepts erforderlich [3]. Es sind Kreativitäts- und Visualisierungstechniken zu nutzen. Um im Vorfeld das Kundensegment kennenzulernen, können Personae, Storyboards, Customer Journeys und Value Proposition Canvas hilfreich sein [1]. Grundsätzlich wird kein großer Erkenntnisgewinn generiert. Vielmehr wird bereits vorhandenes Wissen verschriftlicht und strukturiert [2]. Es besteht jedoch die Gefahr, dass bei zu viel Input die Struktur der Business Model Canvas und somit auch die Sinnhaftigkeit und der Blick für Optimierungen verloren geht [1]. Zu kritisieren ist, dass die Wettbewerbsfähigkeit keine Berücksichtigung im Modell findet. Ergänzend kann hier mit Porter’s 5 Forces gearbeitet werden [1].

Literaturverzeichnis
[1] Cowan, Alexander: The 20 Minute Business Plan: Business Model Canvas Made Easy. URL https://www.alexandercowan.com/business-model-canvas-templates/ – Überprüfungsdatum 2018-11-21
[2] Osterwalder, Alexander ; Pigneur, Yves: Business model generation : Ein Handbuch für Visionäre, Spielveränderer und Herausforderer. 1. Auflage. Frankfurt, New York : Campus Verlag, 2011
[3] van Boeijen, Annemiek (Hrsg.); Daalhiuzen, Jaap (Hrsg.); Zijlstra, Jelle (Hrsg.); van der Schoor, Roo (Hrsg.): Delft design guide : Design methods. Revised 2nd edition. Amsterdam : BIS Publishers, 2014

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