Holzmodellbau

Ziel
Kostengünstige und schnell erstellte Funktionsprototypen lassen sich in Holz gut umsetzen. Dazu zählen flächige Konstruktionen, Stützkonstruktionen und Rahmen, aber auch Möbel lassen sich in hoher Güte herstellen.

Voraussetzungen
Kenntnisse über den Werkstoff Holz und seine Verbindungsmöglichkeiten sind ausschlaggebend für ein gutes Ergebnis. Ebenso wichtig und entscheidend ist die Wahl der Holzart und des Holzabschnitts, als auch die Art der Verbindung der Holzwerkstücke.

Erklärung
Die mittlerweile untergeordnete Rolle im high-end Modellbau hat der Werkstoff Holz den diversen Anwendungsmöglichkeiten des Kunststoffs zu verdanken. Daher wird Holz derweilen häufig für Stützkonstruktionen im Modellbau verwendet oder für Vormodelle, aber auch für Möbelmodelle, Flugzeugmodelle, Gießereimodelle, Ergonomiemodelle, Kernseelen und Prüfungsmodelle.

Da für die Güte eines Modells die Oberflächenqualität und auch die Schwindmaße entscheidend sein können, ist für den Modellbau ein Holz mit feinen Poren (Ø bis 0,03 mm) und feiner Faserstruktur gut geeignet. Ein heute immer wichtiger werdender Aspekt ist die Nachhaltigkeit welche die Materialwahl bei dem Modellbau mitunter beeinflussen kann

Vorgehen
Da viele Einflussfaktoren die Wahl des Holzes, der Holzabschnitte und des Werkstückes beeinflussen, ist es wichtig, vorab die Ansprüche an das Modell oder den Prototypen zu hinterfragen, dabei die Schwund- und Belastungsrichtungen zu beachten und die Werkstoffwahl und Bearbeitung dementsprechend zu planen. Wenn dies geschehen ist, kann man die Werkstücke geeignet aneinanderfügen (Schrauben, Nageln, Dübeln, Leimen, Schlitzen, Zapfen etc.) und dann, falls notwendig, subtraktiv (Fräsen, Sägen, Raspeln, Feilen, Schleifen, Lasern) mit diversen Methoden und Werkzeugen arbeiten. Dabei bietet sich ein Vorgehen von der Grob- zu Feinbearbeitung an. Je nach Anspruch an das Modell kann es nun „gefinished“ werden, was mindestens fünf Deckschichten benötigt, um die Holzstruktur abzudecken.

Grenzen und Alternativen
Feinstrukturen sind schwer bis gar nicht umzusetzen und auch eine hohe Oberflächenqualität ist mit einem Mehraufwand, im Vergleich zu anderen Modellbaumaterialien, verbunden. Wenn die Wetterbeständigkeit unter Betrachtung der Nachhaltigkeit kann ein WPC (Wood Polymer Composites) eine alternative darstellen [Tür14].

Literatur
Buck, Volkmar; Pröm, Manfred; Rödter, Hans; Roller, Rolf: Fach-kunde Modellbau. 7. Auflage. Haan-Gruiten: Europa-Lehrmittel, 2017

Hallgrimsson, Bjarki: Prototyping and Modelmaking for Product Design. London: Laurence King Publishing, 2012

Zwerger, Klaus: Das Holz und seine Verbindungen : Traditionelle Bautechniken in Europa, Japan und China. Basel: Birkhäuser, 2012

Türk, Oliver: Stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe : Grundlagen - Werkstoffe - Anwendungen. Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden, s.l., 2014

Lissner, Karin; Werner, Gerhard; Zimmer, Karlheinz: Holzbau 1 : Grundlagen DIN 1052 (neu 2008) und Eurocode 5. Springer: Berlin, Heidelberg, 2009

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