Triz

Ziel
Die TRIZ ist ein Leitfaden zum methodischen Suchen und Erarbeiten innovativer Ideen in der frühen Produktentwicklungsphase. Dazu sollen Widersprüche innerhalb eines technischen Systems aufgezeigt und mittels empirischer Entwicklungsgesetze überwunden werden.

Voraussetzungen
Zur Anwendung der Methode muss eine klare Problemstellung vorliegen, die es zu lösen gilt.
Die TRIZ nutzt Patente als Wissensspeicher zur Lösungsgenerierung, weswegen ein Zugang zu ebensolchen Datenbanken notwendig ist.

Erklärung
Die TRIZ nimmt an, dass ähnliche Problemstellungen in verschiedenen Wissenschaftsbereichen oder Anwendungsfällen auftreten. Daher ist gezielt nach (branchenfremden) Patenten zu suchen, die potentielle Lösungsansätze für die eigene Fragestellung bieten.
Die technischen und physikalischen Widersprüche im System werden überwunden, indem das Ausbrechen aus konventionellen Denkmustern und das Generieren unkonventioneller, innovativer Lösungen gefördert werden.
Unter den Leitgedanken Systematik, Wissen, Analogie und Vision sind verschiedene Methoden und Werkzeuge gesammelt. Um diese zu ordnen und zu strukturieren, wurde der Algorithmus des erfinderischen Problemlösens (ARIZ) entwickelt. Er ist als Handlungsleitfaden für den Anwender zu verstehen.
Aufgrund der methodischen Komplexität der TRIZ wurden anwendungsunterstützende Softwares entwickelt.

Vorgehen
Die Systematik dient der Beschreibung der Aufgabenstellung sowie der Analyse und Synthese von Problemen und deren Lösungen. Mithilfe verschiedener Methoden wird das technische Problem konkret beschrieben, Ressourcen identifiziert und Hauptfunktionen definiert. Das Resultat ist ein Ursache-Wirkung-Diagramm, um Modifikationen zur Funktionsverbesserung und Kostenoptimierung vorzunehmen.
Eine Internet- und Patentrecherche dient als Informationsquelle für ungenutztes Wissen. Die Verwendung eines Effektkatalogs zeigt physikalische, chemische und geometrische Effekte zur Umsetzung auf.
Die widerspruchsorientierte Problemlösung wird in der Analogie umgesetzt. Die Widerspruchsmatrix bietet 40 innovative Grundprinzipien zur Überwindung vorhandener Widersprüche an.
Die Vision zeigt Evolutionsgesetze technischer Systeme auf, um die weitere Entwicklung des Produktes abzuschätzen.

Grenzen und Alternativen
Die TRIZ ist eine aufwändige und komplexe Methode, weswegen im Vorfeld ein ausreichend großes Zeitkontingent einzuplanen ist. Die Prinzipien sollte nicht als festes Schema sondern als ein Leitfaden angesehen werden, andernfalls können die schemenhaften Strukturen eine gedankliche Beschränkung mit sich bringen.
Außerdem wird ein sehr gutes naturwissenschaftliches Verständnis vorausgesetzt, um eine erfolgreiche Umsetzung zu erreichen.
Zudem ist durch die Verwendung diverser Kataloge eine Software-Unterstützung empfehlenswert.
Zur Ideengenerierung und Lösungssuche kann alternativ jede Art klassischer, intuitiver oder diskursiver Methoden verwendet werden – fehlend ist hier jedoch die widerspruchsbetone Orientierung, die in der TRIZ vorzufinden ist.

Literatur
Pahl, Gerhard; Beitz, Wolfgang; Feldhusen, Jörg; Grote, Karl-H.: Konstruktionslehre. 7. Auflage. Berlin Heidelberg: Springer Verlag, 2007
Cavallucci, Denis: TRIZ – The Theory of Inventive Problem Solving. Cham: Springer International Publishing, 2017
VDI 4521 Blatt 2:2018-04, Erfinderisches Problemlösen mit TRIZ – Zielbeschreibung, Problemdefinition und Lösungspriorisierung. 04/2018. Berlin: Beuth Verlag
c4pi – Center for Product-Innovation Dipl.-Ing. Horst Th. Nähler: TRIZ online. Website unter www.triz-online.de (Stand: 17.09.2018)

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